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„Make (y)our Website Great again“
Eine Entscheidungshilfe zur (Neu-) Gestaltung von Websites

Nie zuvor gab es eine größere Vielfalt an Geräten, mit denen man im Internet surfen kann. Dennoch sind die meisten Online-Informationsangebote allenfalls für den Aufruf am PC-Monitor oder am Notebook geeignet. Es hat ein paar Jahre gedauert, bis Standards und Technologien für eine pixelgenaue Anpassung an unterschiedliche Ausgabeformate verfügbar waren. Und noch etwas länger, bevor diese Technologien auch ästhetisch befriedigten.

Heute sind solche „responsiven“, also anpassungsfähigen, Websites Standard. Oder genauer gesagt: sie sollten es sein. (Die Wirklichkeit sieht immer noch anders aus.) Selbstverständlich sollen digitale Inhalte auf jedem Gerät übersichtlich und gut lesbar dargestellt werden – egal ob am PC, dem Notebook oder Subnote, am Tablet, Phablet oder Smartphone. Im Hochformat und im Querformat. Auf Geräten mit Standardauflösung ebenso wie solchen mit extrem hoch aufgelösten Displays, wie Apple's Retina.

Das erfordert allerdings auch zusätzlichen Gestaltungsaufwand: Um alle gängigen Geräte optimal zu bedienen, sind in der Regel wenigstens drei angepasste Design-Formate erforderlich – etwa für Smartphones, Tablets und PCs. Ganz zu schweigen von der Anwendungsfreundlichkeit – Eingaben soll mit einem Touchscreen natürlich ebenso gut funktionieren wie per Mausklick am PC. Nicht zu vergessen die barrierefreie Umsetzung, etwa für Menschen mit vermindertem Farbsehen (eine Herausforderung für jeden fünften Mitbürger in Deutschland)!

Dieser Mehraufwand für die Gestaltung und Programmierung macht sich allerdings auch bezahlt: Schon heute werden viele kommerzielle Websites in erster Linie per Smartphone oder Tablet aufgerufen. Und die Auswertung der Zugriffszahlen zeigt deutlich, dass handliche, mobile Geräte weiter an Bedeutung gewinnen. Immer mehr Sites werden aus diesem Grund nach dem Grundsatz „Mobile First“ gestaltet.

Statisch oder dynamisch?

Manche Websites sind „nur“ als eine Art Visitenkarte im Internet gedacht, deren Inhalt über Jahre kaum verändert wird. (Wobei sich die Eigentümer vermutlich gar nicht darüber im Klaren sind, welche Chancen ihnen damit entgehen!) Dafür würde eine „statisch“ programmierte Seite einigermaßen ausreichen. Deren initiale Gestaltung erfordert zunächst weniger Aufwand, was die Kosten reduziert.

Schmerzhaft – auch finanziell – wird es jedoch, wenn Inhalte angepasst oder die Seitenstruktur verändert werden soll: Dann erzeugt jedes zusätzliche Bild, jede Textänderung und jede Strukturanpassung einen überdurchschnittlich hohen Programmieraufwand. Ganz zu schweigen von den technischen Aktualisierungen, die der Fortschritt und steigende Sicherheitsanforderungen in immer kürzeren Abständen erzwingen.

Bei „dynamischen“ Websites ist das ein wenig anders: sie sind von Anfang an auf Veränderungen und Anpassungen ausgelegt. Neue Bilder und Texte lassen sich in der Regel in wenigen Augenblicken einbinden, auch automatisiert aus externen Informationsquellen. (Denken Sie an Börsenkurse, Wetterprognosen oder Nachrichten-Ticker.)

Möglich wird dies durch die Anbindung an ein Content Management-System (kurz: CMS). Das ist gewissermaßen das „Gehirn“ der Website, mit einer integrierten Datenbank als „Gedächtnis“. Diese Datenbank liefert bei einem Seitenaufruf alle notwendigen Informationen. Und das CMS erzeugt daraus dynamische Websites.

„Dynamisch“ bedeutet hier: Die Inhalte lassen sich nicht nur jederzeit verändern, sondern auch mit Blick auf unterschiedliche Zielgruppen, Spracheinstellungen oder verwendete Geräte auswählen und anpassen. Das macht individuelle Websites möglich, bis hin zur maßgeschneiderten Site für jeden einzelnen Nutzer! Auch die spätere Einbindung eines Service-Portals, eines Blogsystems oder eines Online-Shops ist – je nach verwendetem System – schnell und mit überschaubarem Aufwand möglich.

Was vielleicht noch mehr für dynamische Websites spricht: Je nach verwendetem CMS lassen sich die dargebotenen Informationen wirksam gegen „unfreundliche“ Angriffe und Manipulationen schützen. Gerade Start-ups beziehungsweise klein- und mittelständische Unternehmen ohne eigene IT-Abteilung vermeiden so unnötige Risiken.

Obwohl es sehr einfache, schnell installierbare Content Management Systeme gibt, ist der Aufwand für die Konzeption und Gestaltung der individuellen Web-Präsenz in der Regel deutlich höher, als bei einer statischen Website. Erst recht, wenn die Seite flexibel oder skalierbar sein und mit speziellen Zusatzfunktionen aufwarten soll. Dennoch sind dynamische Websites mittelfristig fast immer deutlich kostengünstiger, weil die künftige Pflege und Anpassung schneller und mit geringerem Aufwand möglich ist.

Die Qual der Wahl

Jedes Content Management System hat seine Vorzüge und seine Einschränkungen. Als ich zum Beispiel vor mehr als 10 Jahren das erste Mal „Mambo“ installiert habe, war ich von dem einfachen und übersichtlichen System begeistert. Leider waren individuelle Design-Vorstellungen nur mit großem Aufwand zu bewerkstelligen. Damit wurde es für den kommerziellen Einsatz eher unattraktiv. Und seit einigen Jahren wird dieses CMS auch nicht mehr weiter entwickelt.

Gleichzeitig haben sich in den vergangenen Jahren sehr unterschiedliche CMS im Markt etabliert. So lässt sich heute wirklich jede Idee als Website technisch umsetzen. Allerdings lohnt es sich, vor einer (Neu-) Installation zunächst die eigenen langfristigen Anforderungen zu überprüfen und auf dieser Basis die Entscheidung für ein bestimmtes CMS zu treffen. Denn die Einrichtung einer dynamischen Website erfordert zunächst mehr Aufwand. Darum sollte sich diese Investition auf lange Sicht bezahlt machen.

Eine zentrale Entscheidung ist zunächst, ob man Komplett-Lösungen eines einzelnen Anbieters wählt oder einem allgemein zugänglichen CMS den Vorzug gibt. „Alles aus einer Hand“ ist unkompliziert. Allerdings bindet man sich damit auch über viele Jahre an einen einzigen Anbieter, der die Website gestaltet, technisch umsetzt und dann auf seinen Systemen bereitstellt. Neben den einmaligen Einrichtungskosten fallen regelmäßige Lizenzgebühren und Wartungskosten an. Kritisch wird diese Abhängigkeit insbesondere bei böswilligen Angriffen auf die Website oder wenn Sicherheitslücken auftauchen: Handelt der Partner sofort? Und ist er in der Lage, Sicherheitslücken unverzüglich zu schließen?

Unter dem Aspekt der Investitionssicherheit halte ich allgemein verfügbare CMS für die bessere Lösung. Solche Systeme sind in der Regel „Open Source“, werden also von einer großen Community (weiter) entwickelt und dürfen grundsätzlich ohne zusätzliche Lizenzgebühren eingesetzt werden. „Open Source“ bedeutet auch, dass man nicht von einem einzigen Anbieter abhängig ist, sondern alle erforderlichen Leistungen von unterschiedlichen Partnern beziehen kann. Das gilt nicht nur für Webdesigner und technische Administratoren, sondern ebenfalls für die Server, auf denen die Website gehostet wird.

Warum Drupal 8?

Eines der vielseitigsten und weltweit erfolgreichsten Content Management Systeme ist Drupal 8. Dieses CMS ist „Open Source“ und wird seit 2001 von einer international aktiven Community betreut. Also beste Voraussetzungen für eine langfristig solide Entscheidung.

Drupal 8 ist von Haus aus voll responsiv, zeigt Websites also auch auf dem Smartphone von Anfang gut lesbar. Darüber hinaus ist Drupal außergewöhnlich vielseitig und ermöglicht den einfachen Aufbau von Websites in zahlreichen Sprachvarianten, bis hin zu Hebräisch, Arabisch und Kyrillisch. (Das gilt übrigens auch für das Backend, also die redaktionelle und administrative Seite.)

Eine der großen Stärken von Drupal ist seine Vielseitigkeit: Wer Wert legt auf die perfekte Umsetzung seines Corporate Designs, kann mit Drupal nahezu jede Idee verwirklichen. Wer hingegen in kürzester Zeit eine einfache aber responsive Lösung „out of the box“ benötigt, wird sich mit Drupal ebenfalls schnell anfreunden. Trotzdem ist die selbstständige Pflege und Aktualisierung von Inhalten Dank des flexiblen Redaktionssystems („Backend“) auch für ungeübte Nutzer sehr einfach.

Apropos „Vielseitigkeit“: Mit Drupal lassen sich selbst umfangreiche Websites auf die Erfordernisse unterschiedlicher Zielgruppen anpassen – etwa mit unterschiedlichen Inhalten und Funktionen für Händler, Endkunden, Lieferanten und Mitarbeiter.

Thema Datenschutz: Da sämtliche Informationen in einer eigenen Datenbank gespeichert werden, kann diese separat vor unerlaubten Zugriffen und Manipulationen geschützt werden. Allerdings hängt das erzielbare Sicherheitsniveau auch ein wenig von den Leistungen des Service-Providers ab, dem Sie Ihre Website anvertrauen.

Vertiefende Informationen über Drupal 8 finden Sie hier.

Alles aus einer Hand

Im Geschäftsleben zeigt sich immer wieder: Die kostspieligen Fehler werden fast immer an den Schnittstellen gemacht. Also da, wo Missverständnisse entstehen. Oder wo der Eine die Perspektive des Anderen nicht vollständig nachvollziehen kann. Darum bevorzuge ich es, für die initiale (Neu-) Gestaltung einer Website alle Beratungsleistungen in einer Hand zu bündeln und gegebenenfalls Spezialisten für besondere Belange hinzuzuziehen. Selbst wenn Sie beispielsweise nur Teilleistungen benötigen – etwa die Gestaltung einer Landing Page – ist es jedenfalls kein Nachteil, wenn ich auch eine Idee davon habe, wie man sie programmiert.

Letztendlich gilt auch hier: Fragen kostet nichts. Ein kurzes E-Mail oder ein Anruf genügt.

 

PS: Natürlich haben auch andere Content Management-Systeme ihre Berechtigung. Einfachere Webseiten realisiere ich beispielsweise auch gerne in WordPress. Oder - auf Wunsch - als "klassische" statische Webseite. Übrigens auch in diesem Fall stets voll responsiv ;-)